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Grünfink (lat. Carduelis
chloris) - Vogelstimme
Oft schon an warmen
Februartagen kann man den an sich recht unbedeutenden, klingelnden und
trillernden Gesang vernehmen, den das Männchen bis weit in den
Spätsommer hinein vorträgt. Die einheimischen Grünlinge sind
meist Standvögel, gelegentlich auch Zugvögel, die ihr Winterquartier
in Süd- und Südwesteuropa beziehen. Sie lieben vor allem Gärten,
Friedhöfe, Parkanlagen, Feldgehölze und lichte Wälder mit
Laubbäumen, wo sie während des Sommerhalbjahres ihre Reviere bilden.
Meist Mitte April baut das Paar aus Halmen und Reisern einen dichten Napf, den
es mit Pflanzenwolle und Moos auspolstert. In dieses Nest, dessen Standort gern
in Stammausschlägen, Kletterpflanzen, an begrünten Hauswänden
oder ziemlich niedrig in Hecken und immergrünen Sträuchern sich
befindet, legt das Weibchen durchschnittlich 4 bis 6 bläulich- bis
grünlichweiße, rotbraun- und grauviolettgefleckte und punktierte
Eier.
Beide Partner bebrüten das Gelege 13 Tage, dann
schlüpfen die Jungen. Diese werden rein vegetarisch, vor allem mit
halbreifen Wildsämereien aufgezogen; auch die Altvögel verzehren fast
nur pflanzliche Kost, Sämereien in allen Reifestadien, Unkräuter, mit
Vorliebe Wolfsmilchsamen, im Herbst und Winter die Kerne von Sonnenblumen,
Ebereschen, Wacholder, Feuerdorn, Schneebeeren und Hagebutten. Sie fliegen nach
zwei Wochen in einem gestreiften Jugendkleid aus. Sie werden dann weiterhin von
den Eltern mit im Kropf erweichten Sämereien versorgt, bis sie
selbstständig sind.
Es finden meist drei Bruten im Jahr statt. Die
letzten Jungen des Jahres verlassen oft erst im September das Nest und
erfüllen mit ihren Rufen die Luft zu einer Zeit, wo nirgends sonst noch
gefiederte Junge gefüttert werden. Nach der Vollmauser der Altvögel
im Sep./Okt. schließen sich die Grünlinge zu größeren
Scharen zusammen. Zu den häufigsten Besuchern an Futterstellen, die im
Winter für die Vögel eingerichtet werden, gehören die
Grünlinge. Haben sie erst einmal eine regelmäßige
Nahrungsquelle entdeckt, so bleiben sie mitunter den ganzen Winter hindurch
diesem Futterplatz treu. Sie spielen dort oft die Rolle dreister Tyrannen, die
mit Haussperlingen und Amseln rivalisieren. Würde der Mensch bei Eis und
Schnee nicht zufüttern, ging der Grünfinkenbestand stark zurück.
Winterfütterung allein genügt jedoch nicht, will man Grünlinge
das ganze Jahr über in seinem Garten heimisch machen. Sie bevorzugen in
auffälliger Weise Ziergehölze als Niststätten, die so
angepflanzt und gewachsen sind, dass die brütenden Vögel gut
versteckt sitzen. Es gibt eine große Anzahl geeigneter Bäumchen und
Sträucher, die den Grünlingen außer Nistplätzen mit ihrem
Samen und ihren Beerenfrüchten auch Nahrung bieten. |
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